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Neues 24 stöckiges Gebäude derPVA und Finanzamt OÖ Tintenburg oder Servicecenter?

Bild: PVA Linz Zur Betreuung von KundInnen sind in der PVA und beim Finanzamt die Einganshallen vorgesehen. Bei der PVA zusätzlich noch der 1 Stock. In den anderen Geschossen dürfen KundInnen sich ohne Angestellte des Hauses nicht bewegen.

Frau Gehschlecht: "Ich freue mich sehr, dass es nun viel konfortabler, weil stufenlos möglich ist seine Steuererklärung abzugeben oder sich über Zuschüsse für Hilfsmitteln erkundigen zu können. Auch die anderen Stockwerke sind über Lifte erreichbar. Selbst mehrere rollstuhlgerechte Toiletten gibt es hier. Die Karuselltüren jedoch stellen eine Hürde dar."

Frau Herschlecht: "Es ist alles gut angeschrieben, so konnte ich mich rasch zurechtfinden. Beim Kundencenter jedoch war die Beraterin für mich sehr schlecht zu verstehen, da weder hier noch in anderen Besprechungs- oder Seminarrräumen eine Induktionsanlage installiert ist. Außerdem wäre eine Schulung, vor allem der PVA MitarbeiterInnen zum richtigen Sprachgebrauch und im Umgang mit Menschen mit Behinderung erforderlich, da ich hier einige Defizite feststellen musste.
Schade, dass der rollstuhlfahrende Sachverständige für Barrierefreiheit, der die Planungen für dieses Gebäude begleitet hat, scheinbar nur auf sich selbst und seine Behinderung gedacht hat."

Herr Sichtschlecht: "Von der Straße aus kommend, kann man die Treppen oder den Lift durch ein tastbares Leitsystem gut finden. Im Lift beginnen bereits die ersten Hürden, da hier keine tastbare Schrift bei den Knöpfen angebracht ist. Bei den Treppen fehlen kontrastreiche Markierungsstreifen und Handlaufschilder mit tastbarer Schrift zur Orientierung. Das Leitsystem führt zu automatischen Karuselltüren, die ich alleine jedoch nur mit Angst und großer Verletzungsgefahr benutzen kann. In der PVA angekommen, gibt es keinerlei Orientierungshilfen.
Das selbstständige Finden des Infopoints ist genauso unmöglich, wie das Erreichen des Ärztezentrums im 1. Stock. Achtung, das selbstständige Bewegen in der PVA kann lebensgefährlich sein. Denn eine freistehende Treppe läd zu einem Schädelbasisbruch ein. Das Finden der Infostellen beim Finanzamt ist schon wesentlich leichter, da diese im Halbkreis angeordnet sind und so auch ohne Orientierungshilfen zu erreichen sind."

Wie geht es MitarbeiterInnen mit Behinderung?
Alle TesterInnen waren sehr betroffen, als Ihnen auf Ihre Frage nach den Angestellten mit Behinderung von der PVA erklärt wurde, dass es im Haus keine geh-, hör- oder sehbehinderten MitarbeiterInnen gibt. Daher wären auch Türschilder mit tastbarer Nummer, Handlaufschilder, Induktionsanlagen oder ein barrierefreies Evakuierungssystem udgl. nicht erforderlich.
Beim Finanzamt gibt es wenigstens ein paar MitarbeiterInnen mit Behinderungen. Jedoch mussten auch hier viele Mängel in der Barrierefreiheit, vor allem für seh- oder hörbehinderte Angestellte festgestellt werden.

Das Testergebnis
Einiges wurde gemacht. Vor allem die Barrierefreiheit für RollstuhlfahrerInnen wurde berücksichtigt. Auf sehr vieles zur selbstständigen Nutzbarkeit für blinde, seh- und hörbehinderte Menschen wurde auch bei diesem Neubau wieder einmal vergessen.
Unsere TesterInnen überlegen daher, die PVA und das Finanzamt auf Diskriminierung nach dem Bundesbehindertengleichstellungs-gesetz zu klagen, da die Barrierefreiheit nicht umgesetzt wurde.
In jeder Ausgabe unserer Zeitschrift berichten 3 Testpersonen über ein wichtiges Gebäude. Sie möchten auch freiraum-Tester werden und hier über Ihre Eindrücke bei Gebäuden, Freiflächen, Geräten und Webseiten berichten? Dann melden Sie sich bei freiraum-europa. Wir informieren Sie gerne.