Rechte optische Spalte
Barrierefreiheit fördern
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Das Zwei-Sinne-Prinzip
Um Barrierefreiheit umsetzen zu können, muss immer das Zwei-Sinne-Prinzip konsequent eingehalten werden.Wenn ein Sinn ausfällt, sind entsprechende Informationen durch einen anderen notwendig. Sie müssen deshalb mindestens für zwei der drei Sinne "Hören, Sehen, Tasten" zugänglich sein. Auch "Nichtbehinderte" nutzen bei passender Gelegenheit vorteilhaft den einen oder den anderen Sinn, z. B. Klingeltöne oder Vibrationsalarm beim Mobiltelefon.
So ergänzt z. B. bei Sehbehinderung bzw. Blindheit der Tastsinn die Informationsübermittlung (lesen von Brailleschrift bzw. tastbarer Normalschrift oder Wegeführung durch tastbare Bodenleitsysteme oder der Hörsinn wird z.B. für die Alarmierung im Notfall sowie die Wegeführung bei Fluchtwegen oder das Auffinden von Eingängen verwendet.
Schwerhörigen und gehörlosen Menschen muss nach dem Zwei-Sinne-Prinzip die Information optisch angeboten werden. Dabei ist zu beachten, dass beide Personengruppen unterschiedliche Bedürfnisse haben.
Menschen die erst im späteren Leben gehörlos werden, sind meist vorrangig lautsprachlich geprägt, von Geburt an gehörlose Menschen jedoch vorrangig gebärdensprachlich und haben dadurch einen anderen Zugang zu Texten und zu Bildern. In gleicher Weise haben häufig von Geburt an blinde Personen einen vergleichsweise schlechten Zugang zur Buchstabenschrift und einen guten zur Braille-Schrift.
Für schwerhörige Menschen spielt außerdem die Bau- und Raumakustik eine wichtige Rolle, da eine gute Planung der Bau- und Raumakustik stark zur Verbesserung der Kommunikation beitragen kann. Induktions-, Infrarot- oder Funkanlagen können ebenfalls zur besseren Verständigung beitragen.
Eine große Erleichterung ist das Zwei-Sinne-Prinzip auch mit zunähmendem Alter.
Denn im Laufe des Lebens verschlechtern sich bei allen Menschen die Sinne mehr oder weniger. So benötigt beispielsweise eine Person ab 60 Jahren bereits doppelt so viel Licht als jemand mit 20 Jahren, um das selbe erkennen zu können.
Somit besteht die Aufgabe, die Sinne einerseits durch an den persönlichen Bedarf angepasste Hilfsmittel wie Brille, Lupe, Hörgeräte, udgl. und andererseits durch ein sensorisch optimiertes Angebot wie ausreichend große Kontraste, tastbare Beschriftungen u. Leitsysteme, Akustikbojen , hohe Leuchtdichte ohne Blendung, nachhall- und störgeräuscharme Räume mit hoher Sprachverständlichkeit, richtungslenkendes akustisches Leitsystem für Fluchtwege , optische Alarmierungssysteme udgl. zu Unterstützen.
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