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Busreisen barrierefrei? Österreich nicht interessiert

Eine EU-Verordnung zum besonderen Schutz behinderter Busreisender wird seit über zwei Jahren von Österreich ignoriert. freiraum-europa-Vorstand Dietmar Janoschek ist entrüstet.

„Peinlich, wie unsere Republik sich der Mobilität und Teilhabe von behinderten Menschen am öffentlichen Leben verweigert.“

Bereits 2013 hat die EU Österreich gesetzlich verpflichtet, Busreisenden mit Behinderungen einen barrierefreien Transport zu ermöglichen. Reise- und Linienbusunternehmer müssen ihre Fahrer im Umgang mit behinderten Reisenden schulen, behindertengerechte Informationen zur Verfügung zu stellen und Busbahnhöfe behindertengerecht gestalten.

Der Verkehrsminister ist für die Umsetzung dieser Vorgabe verantwortlich. Er ist verpflichtet, Betreiber von Buslinien, die sich nicht an diese Vorgaben halten, zu sanktionieren.

Busunternehmen profitieren

„Es ist völlig inakzeptabel, dass in Österreich Menschen mit Behinderungen im öffentlichen Verkehr nicht den gleichen Zugang wie alle anderen haben sollen. Es beginnt beim Informationszugang wie unverständliche Lautsprecherdurchsagen, Touch Screens oder fehlende barrierefreie Beschriftungen auf Fahrkartenautomaten und Fahrplananzeigen, fehlende direkte Kommunikation zwischen Fahrgästen und Busfahrern sowie mangelndes Einfühlungsvermögen des Personals und geht bis zu Einstieg, Ausstieg, Sitzplätzen“, sagt Dietmar Janoschek. Er selbst ist blind und kennt die vielen unnötigen Barrieren beim Reisen.

Nachrüstungen von Informationstechnik, die barrierefreie Ausstattung von Busbahnhöfen sowie die Schulung von Busfahrern und Schalterpersonal solle laut EU-Verordnung Abhilfe schaffen. Doch die Umsetzung lässt auf sich warten. Der Verkehrsminister sei nun in Zugzwang, meint Janoschek. Die Busunternehmer müssten auch den ökonomischen Vorteil erkennen, wenn sie ihre Infrastruktur auf die Zukunft ausrichten.

freiraum-europa hat sich bereits seit vielen Jahren auf die Schulung von Mitarbeitern für einen kompetenten Umgang spezialisiert hat und bietet auch Beratungen und Produkte zur Umsetzung der Barrierefreiheit an.

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