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Krankenhausmitarbeiter in Sachen Behinderung geschult

"Interessant und sehr hilfreich für meine tägliche Arbeit." Diese oder ganz ähnliche Rückmeldungen gaben die Teilnehmer des Workshops ‚Kompetenter Umgang und Sprachgebrauch mit Menschen mit Behinderung’ des Wiener Krankenanstalten-Verbundes.

Den Workshop führten der blinde Dietmar Janoschek und Rollstuhlfahrer Leopold Boyer kürzlich im Gottfried von Preyer'schen Kinderspital in Wien Favoriten durch.


Im Krankenhausalltag ist es für Pfleger, Krankenschwestern, Physiotherapeuten oder Mitarbeiter aus der Verwaltung immer wieder eine Herausforderung: Patienten im Rollstuhl oder Patienten, die sich nicht artikulieren können oder nichts sehen.

Sich einmal in ihre Lage versetzen, damit man sich im Umgang leichter tut, das war das Ziel der Schulung, die nun bereits zum zweiten Mal stattfand.

Praktische Übungen mit Blindenstock, Rollstuhl & Co.

Vor allem der praktische Zugang überzeugte: Im Rahmen der Schulung gingen alle Teilnehmer selbst mit Blindenstock und einer Sehbehinderungs-Simulationsbrille und fuhren mit dem Rollstuhl. „Wenn man mit der Brille keine Orientierung mehr hat, ist das schon beklemmend“, meint eine Teilnehmerin. „Mit dem Rollstuhl unterwegs zu sein, zeigt uns, wo es überall Barrieren gibt, das ist wirklich sehr umständlich“, sagt ein anderer Teilnehmer. Diese an den Alltag angepassten Übungen überzeugten und eröffneten allen eine neue Perspektive.

Die richtigen Ausdrücke

Die beiden Vortragenden, Dietmar Janoschek und Leopold Boyer von "freiraum-europa die expertInnen für barrierefreiheit" aus Linz widmeten die erste Hälfte der dreistündigen Schulungen Zahlen und Fakten: Von Regeln im Umgang mit Menschen mit Behinderung bis zur Klärung der wichtigsten Begriffe gaben sie einen Überblick zur Situation von Menschen mit Behinderung.
Wie soll man Betroffene bezeichnen? Darf man „Behinderte“ sagen oder soll man sagen"Menschen mit besonderen Bedürfnissen"? Janoschek als Blinder und Rollstuhlfahrer Boyer finden das übertrieben. „Menschen mit Behinderungen“ ist für sie ok.

Die zweite Halbzeit bestritten die Teilnehmer selbst - ausgerüstet mit Tipps von den beiden Experten: Wie komme ich im Rollstuhl am besten über einen Randstein? Und wann ist Unterstützung für einen Rollstuhlfahrer sinnvoll? Welche Hürden sind zu nehmen, wenn ich von einem Stockwerk ins nächste gehen will und nicht sehen kann? Wie beschreibe ich einem Menschen mit Sehbehinderung am besten den Weg von A nach B?

Im Zuge der Kurse konnten bis jetzt rund 240 KAV- Mitarbeiter den Umgang mit Menschen mit Behinderung "üben".

ORF TV-Beitrag über die Schulungen für Krankenhaus-Mitarbeiter

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