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Tag der Menschen mit Behinderung

Wieder einmal machen Menschen mit Behinderung auf sich aufmerksam. Doch nicht die Weihnachtszeit ist der Anlass. Nicht rührende Fürsorge und Spendenaufrufe sollen dabei im Vordergrund stehen.

Nein, Behindertenorganisationen fordern eine Sichtweise, bei der Menschen mit Behinderungen als Träger von Rechten- von Menschenrechten- begriffen werden.

Der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember jedes Jahres ist ein von den Vereinten Nationen ausgerufener Gedenk- und Aktionstag, der das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Probleme von Menschen mit Behinderung wachhalten und den Einsatz für die Würde, Rechte und das Wohlergehen dieser Menschen fördern soll.

Nach dem „Behindertentag“ ist vor dem „Behindertentag“
„Gedenken ist nicht genug!“, sagt Dietmar Janoschek. Der Gründer der Organisation freiraum-europa ist selbst seit über 20 Jahren blind und will trotzdem kein Mitleid: „Der Aktionstag soll die Anliegen von Menschen mit Behinderung in die Köpfe der Menschen bringen. Selbstbestimmt Leben bedeutet, das eigene Leben kontrollieren und gestalten zu können und dabei die Wahl zwischen akzeptablen Alternativen zu haben, ohne in die Abhängigkeit von anderen zu geraten.“

Als Blinder mobil und autonom
„Für mich und alle anderen Betroffenen sind barrierefreie Räume und Flächen lebenswichtig. Mit den geeigneten Hilfsmitteln kann ich mich überall frei bewegen und orientieren. Damit werde ich unabhängig und mobil“. Janoschek leitet als Geschäftsführer das Büro von freiraum-europa und ist dienstlich viel alleine mit Zug oder Flugzeug unterwegs. Sein Spezial-Computer und sein Handy sind ihm dabei eine wichtige Hilfe.

Barrierefreiheit für alle
„Ob rollstuhltaugliche Toilette, Orientierungsschilder, Leitsysteme oder leichte Sprache- diese Maßnahmen dienen nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern sind auch eine Erleichterung für viele andere Personengruppen. Auch die demografische Entwicklung macht ein Umdenken nötig“, sagt der 43-jährige Janoschek.

Wie zentral solche Wahlmöglichkeiten für das eigene Leben sind, zeigt sich besonders deutlich beim Wohnen. Nur, wer sich barrierefrei bewegen und über Assistenz selbst entscheiden kann, lebt wirklich autonom.

freiraum-europa setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, allen Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.  Dazu gehört Lobbyarbeit, Beratung und Unterstützung Interessierter und Betroffener.

Tipp: Onlineratgeber für passende Formulierungen im Umgang mit Menschen mit Behinderungen: http://leidmedien.de

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