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"Unfug" Barrierefreie Wirtshäuser?

Barrierefreiheit in Niederösterreich: Für den Landeshauptmann ein „Unfug“. Der peinliche Sager von Erwin Pröll über die unzumutbare Vorgabe zu Barrierefreiheit in Niederösterreich ist für Dietmar Janoschek von freiraum-europa ein Skandal.

Solche Aussagen eines Politikers seien unwürdig und ein Schlag ins Gesicht jedes Menschen mit Behinderung.

Nicht ein unüberlegter Nebensatz am Stammtisch entfleuchte da Landeshauptmann Josef Pröll, sondern eine ganz gezielt positionierte Breitseite in einem ORF-Interview am 1. 3.2015.

Pröll empörte sich über die zunehmenden bürokratischen Auflagen für Unternehmer. Als Beispiel führte er an, dass jedes „Landwirtshaus einen barrierefreien Zugang“ schaffen müsse. Das sei eine von vielen „hanebüchenen Vorgaben“ des Bundes. Er wolle den Auftrag geben, „jetzt einmal zu überprüfen, wo wir diesen Unfug abstellen können bzw. wo wir diesen Normen, die vorgegeben werden, nicht folgen müssen. Denn ich schaue nicht auf Dauer zu, wie ein wesentlicher Kulturfaktor - und ob Sie jetzt glauben oder nicht - Gastronomie und vor allem Wirtshauskultur ist ein entscheidender Faktor in diesem Land - wie das kaputt gemacht wird.“

Dietmar Janoschek: „Es zeugt schon von einer großen Selbstherrlichkeit, sich über Menschenrechte und Gesetze hinwegzusetzen, die wir glücklicherweise in Österreich haben. Pröll hat wohl offensichtlich nicht begriffen, dass über die Sinnhaftigkeit von Barrierefreiheit schon lange nicht mehr diskutiert wird. Alle politischen Parteien in Österreich, so auch die ÖVP, haben sich auf die Fahnen geschrieben, die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu fördern und alles dafür zu tun, dass sie gleichberechtigt am Leben teilhaben können. Prölls Lobbyismus für Gastwirte in allen Ehren, aber die Umsetzung von barrierefreien Zugängen in allen Gebäuden muss bis Ende 2015 geschehen. Das wird auch ein Landesfürst nicht ändern können“.

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